Köln religiös - Jüdisches Leben in Köln
Bereits im 4. Jahrhundert sind unter Kaiser Konstantin d.Gr. in Köln Juden belegt. Damit gibt es hier die älteste deutsche Judengemeinde. Im Mittelalter lebten die Juden bis 1424 in einem Viertel in der Nähe des Rathauses. Dann wurden allerdings die Juden der Stadt verwiesen, ihr Viertel wurde zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Mikwe, das jüdische rituelle Tauchbad ausgegraben und kann besichtigt werden. In der Tiefe von etwa 16 Metern fanden die Juden fließenden, reinigendes Wasser, das sie für ihre rituellen Reinigungen brauchten.
Nachdem die Juden Köln hatten verlassen müssen, durften sie erst unter der napoleonischen Herrschaft wider nach Köln zurückkehren. Die erste Synagoge wurde damals mit Unterstützung des Bankiers Salomon Oppenheim in der Glockengasse errichtet.
In der Reichsprogrammnacht 1938 wurde sie - wie andere jüdische Einrichtungen auch - zerstört. Dies war erst der Beginn eines langen Leidensweges der jüdischen Kölner Bevölkerung, der für viele mit dem Tod endete.
Unsere Führung führt uns vorbei an Stätten, die für das jüdische Leben in Köln
von Bedeutung waren: So geht es durch das einstige mittelalterliche
Judenviertel und in die erhaltene Mikwe, zur Glockengasse, wo die
erste neuzeitliche Kölner Synagoge war und schließlich in die St.
Apern-Straße, wo die Jawne, das Jüdische Lehrerseminar und das erste
jüdische Gymnasium im Rheinland standen, an dem der Direktor Erich
Klibansky versuchte, die Schüler durch "Klassenverschickung" vor
den Nationalsozialisten zu retten.
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