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Von Köln nach Trier
Entschieden sich die Jakobspilger in Köln für den Weg nach Südwesten, dann zogen sie die heutige Luxemburger Straße entlang über Brühl nach Weilerswist. Von dort ging es weiter Richtung Euskirchen. Unser Weg führt uns über Groß Verich zur Kirche Heilig Kreuz. Den Namen erhielt die Kirche nach dem überlebensgroßen Kreuz, das Albertus Magnus um 1250 im Kölner Dominikanerkloster aufstellen ließ. Als dieses im 19. Jahrhundert abgerissen wurde, kam das Kreuz nach Groß Vernich. Danach suchen wir in der früheren Tuchstadt Euskirchen die Kirche St. Martin auf, die früher eine eigene Jakobuskapelle hatte. Im 19. Jahrhundert erfuhr der Schnitzaltar, der um 1520 in Antwerpen entstand, eine Veränderung. Im Kreis der Heiligen Sippe veränderte Vinenz Statz den Heiligen Petrus in einen Heiligen Jakobus mit Pilgerstab.
An der Erft entlang, vorbei an einigen Burgen wie die Hardtburg oder die Burg in Kirspenich, gelangen wir in die mittelalterliche Stadt Bad Münstereifel, die durch Wallfahrten zu Bedeutung und Reichtum kam. Die Wallfahrten verdankte der Ort dem Prümer Abt Markwarth, der für das neu gegründete Tochterkloster 844 von einer Pilgerfahrt nach Rom Reliquien des Märtyrerehepaars Chrysanthus und Daria mitbrachte. Die heutige romanische Kirche erinnert mit ihrem Westwerk stark an jenes von St. Pantaleon in Köln. Die Jakobsmuschel finden wir zweimal in der Kirche im Wappen von Angehörigen der Familie von Metternich, die wahrscheinlich auch nach Santiago de Compostela gepilgert sind oder den Apostel zumindest sehr verehrt haben. - Auf besondere Anfrage können Pilger in Bad Münstereifel eine "Jakobstorte" genießen.
Von Bad Münstereifel führt der Weg durch eine reizvolle Landschaft und teilweise durch Naturschutzgebiete in den Wallfahrtsort Blankenheim, von dort über Kronenburg durch die Wälder nach Prüm. Das im 8. Jahrhundert gegründete Kloster erhielt bereits von Pippin dem Jüngeren, dem Vater Karls des großen, viele Reliquien, so die "Sandalen Jesu Christi". Daher wurden Kirche und Kloster dem Salvator, dem Erlöser, geweiht. Im Jahr 855 schenkte Kaiser Lothar dem Kloster "eine Hand des hl. Jakobus, genannt Bruder des Herrn, mit einem Teil des Arms". So wichtige Reliquien zogen sehr schnell die Pilgerströme an.
Von Prüm führt der Weg weiter durch die landschaftlich besonders eindrucksvolle "Schönecker Schweiz" mit markanten Kalksteinfelsen im Kupfer- und Schalkenbachtal. In der Nähe von Schönecken deutet die Kirche St. Jakobus in Niederhersdorf darauf hin, dass hier Jakobspilger Station machten. Den Apostel finden wir auch in einer Darstellung aus dem 18. Jahrhundert in der Kirche. Im Ort selbst ist die Jakobsmuschel an einem mittelalterlichen Wohnhaus zu entdecken. Auch in Schönecken selbst begegnet uns eine schöne Jakobusfigur an der Kirche St. Antonius.
Die nächste Etappe führt uns nach Waxweiler, wo wir in der Kirche St. Johannes der Täufer einen Jakobus am Altar entdecken können. Über Neuerburg und Bollendorf geht es dann nach Echternach zur ehemaligen Abtei des heiligen Bischofs Willibrod, heute immer noch eine wichtige Wallfahrtskirche, nicht nur zur Echternacher Springprozession.
Die letzte Etappe führt uns von Echternach über Welschbillig nach Trier. Auf dieser Strecke begegnen wir dem Apostel Jakobus in der Kirche St. Remigius in Butzweiler. In Trier-Biewer ist Jakobus Kirchen- und Ortspatron. Hier lässt sich auch die älteste Jakobusbruderschaft der Eifel nachweisen. Am Jakobusbrunnen aus dem Jahr 1831 können wir uns, wie viele Pilger vor uns, laben. Die Jakobusfigur am Brunnen gleicht jener historischen Figur in der Pfarrkirche, ist hier aber mit allen Attributen geschmückt: Pilgerhut und -tasche, Kalebasse sowie die schützende Muschel.
Der Mosel folgend, erreichen wir schließlich unser zunächst letztes
Ziel: Trier. Da sich in der alten Römerstadt das Grab des Apostels
Matthias befindet und im Dom der Heilige Rock, war Trier seit jeher
ein wichtiger Wallfahrtsort, nicht nur für die Jakobspilger. Bevor
wir den romanischen Dom und die Benediktinerabtei St. Matthias aufsuchen,
kehren wir in das Simeonstift ein, das direkt neben der Porta Nigra
liegt. Da die Stiftsherren das römische Nordtor bis zur Säkularisation
als Kirche nutzen, blieb es erhalten. Die Jakonspilger zogen allerdings
weiter, um Unterkunft im Bürgerspital St. Jakob zu finden, das bereits
Ende des 12. Jahrhundert neben der Jakobskirche in Dokumenten belegt
ist. Ehe wir den imposanten Trierer Dom aufsuchen, grüßen wir an
der Steipe, dem Festhaus der Trierer Ratsherren aus dem 15. Jahrhundert,
neben den Stadtpatronen Petrus, Paulus und Helena auch den Apostel
Jakobus.
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