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Von Köln nach Aachen
In Köln konnten sich die Jakobspilger entscheiden, welchen Weg sie Richtung Santiago de Compostela einschlugen, nach Südwesten über Trier oder nach Westen über Düren nach Aachen. Vor allem die Pilger aus dem slawischen und ungarischen Gebieten entschieden sich auf ihrem Weg "ad Sanctum Jacobum" gerne zu einer Station in Aachen. Von dort ging es weiter über Paris zum Martinsgrab nach Tour bis schließlich - nach weiteren Besuchen heiliger Stätten - nach Spanien.
Wendeten sich die Pilger nach Westen, schlugen sie einen Weg über Düren ein, so dass sie von der Heiligen Anna Beistand erbitten konnten. Das so genannte Annahaupt, ein Schädel-Teilstück, hatte ein Steinmetz aus Kornelimünster 1501 während seiner Arbeiten an der Mainzer Stiftskirche entwendet. Auf Drängen seiner Mutter, die wollte dass er die Reliquie zurück brachte, gab er sie schließlich der Pfarrkirche in Düren. Dort wurde sie sehr bald von den Frauen innig verehrt und alles Drängen der Mainzer, die Reliquie zurückzuerhalten, blieb zwecklos, bis der Papst den Verbleib in Düren 1506 abgesegnet. Da Düren während des Zweiten Weltkrieges fast völlig zerstört wurde, entstand auch die Kirche neu. In die Kirchenmauern hat der Architekt Rudolf Schwarz auch eine Pilgerdarstellung eingelassen.
Hinter Düren folgen wir idyllischen Bachtälern, machen kurz Station an der Klosterruine Schwarzenbroich und an der Laufenburg, eine noch sehr ursprünglich mittelalterliche Höhenburg. Über dem Torwappen deuten drei Jakobsmuscheln an, dass hier viele Pilger vorbeikamen, wahrscheinlich stärkten sie sich in der Burgschänke. Vom Turm genießen wir den Ausblick, ehe wir die letzte Etappe nach Aachen antreten. In Schevenhütte lohnt ein Blick in die neogotische Pfarrkirche St. Josef, für die der Kölner Künstler Georg Meistermann die Glasfenster schuf (1977-88).
Der Weg führt weiter durch das Naturschutzgebiet Schlangenberg. Kurz vor Kornelimünster liegt der gellorömische Tempelbezirk Varneum. Die Grundmauern sind rekonstruiert. Hier verehrten die Sunucer wohl ihre Göttin Sunuxal. Das Benediktinerkloster in Kornelimünster ließ im Jahr 814 Ludwig der Fromme errichten. Zu einem bedeutenden Wallfahrtsort wurde das Kloster, nachdem Kaiser Karl der Kahle im Tausch Reliquien des heiligen Papstes Cornelius erworben hatte. Die Heiligtumskapelle beherbergt drei Tücher, die alle sieben Jahre gezeigt werden. Das Fußwaschtuch Christi, das Grabtuch und das Schweißtuch. An der Cornelissäule nördlich vom Altar erkennen wir zwei Pilgerskulpturen. Im September, während der Corneli-Oktav, können die Pilger aus dem Corneli-Horn gesegnetes Wasser trinken. Außerdem werden Corneli-Brötchen verteilt, die daran erinnern, dass die Pilger soviel Weizen für die Armen mitbringen sollten, wie sie selbst wogen.
In Burtscheid konnten im Mittelalter mittellose Reisende ein kostenloses Bad im Zisterzienserinnenkloster nehmen. Nach der Säkularisation entstand hier das Marienhospital. Für die Jakobspilger war aber auf jeden Fall ein Besuch in der Kirche St. Johann Baptist wichtig. Der Bau aus dem 18. Jahrhundert ersetzt eine romanische Kirche. In den acht Muschelnischen des Kuppelbaus finden wir auch eine Darstellung des Apostels Jakobus d. Ä.
Durch das Marschiertor folgen wir der Straße, um wenig später den
Aachener Dom zu betreten, ein Kleinod abendländischer Baukunst.
Seit kurzen ist nach langer Restaurierung die Pala d'Oro, ein Goldaltar
aus dem 11. Jahrhundert, zu bewundern. Im Dom zu Aachen - Begräbnisstätte
Karls d. Großen - wurden etwa 30 Könige gekrönt, die danach gen
Köln zogen, um sich dort den Segen der Heiligen Drei Könige zu erbitten.
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